Der September 2026 hat gezeigt, wie eng SEO, KI und GEO inzwischen zusammengewachsen sind. Neben einem neuen Spam-Update und frischen Daten in der Search Console sorgt vor allem ein Thema für Gesprächsstoff: ChatGPT setzt zunehmend auf einen eigenen Suchindex. Damit reicht es nicht mehr, nur bei Google und Bing gut zu ranken, um auch in KI-Antworten sichtbar zu sein. Gleichzeitig stellen sich viele Webseitenbetreiber die Frage, wie Google mit KI-generierten Inhalten umgeht. In diesem Überblick haben wir die wichtigsten Entwicklungen des Monats für Sie zusammengefasst und eingeordnet. Erfahren Sie im Folgenden, was die Branche aktuell bewegt und was das für Ihre Strategie bedeutet.
ChatGPT baut seinen eigenen Suchindex: Was das für GEO bedeutet
Lange galt die Annahme, dass ChatGPT seine Suchergebnisse hauptsächlich von Bing oder Google bezieht. Neue Analysen zeigen jedoch, dass OpenAI mit „Labrador“ einen eigenen Suchindex betreibt, der spezialisierte Bereiche wie Web, PDFs, YouTube, News, Local, Finance und Shopping abdeckt. Laut K-Twelve stammen rund 75 % der Antworten in der kostenlosen ChatGPT-Version bereits aus diesem Index, während die Überschneidung mit Google nur bei 33 % und mit Bing sogar nur bei 8 % liegt. Der Crawler von OpenAI ist dabei sehr aktiv und ruft in Tests rund 35.000 Seiten pro Stunde ab. Trotzdem arbeitet ChatGPT nicht völlig unabhängig, sondern kombiniert den eigenen Index mit externen Quellen wie Microsofts Web IQ und lizenzierten Partnern wie Yelp oder TripAdvisor. Für die GEO-Optimierung gelten teils eigene Regeln: JavaScript-Inhalte werden ignoriert, Seiten sollten nicht größer als 4 MB sein und die ersten rund 200 Zeichen nach der H1 entscheiden oft darüber, ob eine Seite als Quelle genutzt wird. Sie sollten daher Ihre Kernaussage direkt unter die Hauptüberschrift setzen, den OpenAI-Crawler in der robots.txt zulassen und Ihre Sichtbarkeit in ChatGPT regelmäßig direkt prüfen.
Google startet das September 2026 Spam Update
Am 24. September 2026 hat Google das September 2026 Spam-Update veröffentlicht, das weltweit und für alle Sprachen gilt. Laut Google kann der Rollout bis zu zwei Wochen dauern, sodass sich die Auswirkungen voraussichtlich bis Anfang Oktober in den Rankings zeigen werden. Es handelt sich bereits um das vierte Spam-Update in diesem Jahr, nachdem Google erst im August eine vorherige Version ausgerollt hatte. Solche Updates zielen darauf ab, Seiten abzuwerten, die gegen die Spam-Richtlinien von Google verstoßen. Allerdings können auch seriöse Webseiten von Schwankungen betroffen sein, wenn einzelne Inhalte als minderwertig eingestuft werden. Beobachten Sie deshalb in den kommenden Wochen Ihre Rankings und den Traffic in der Search Console besonders aufmerksam. Ein Blick in die offiziellen Spam-Richtlinien von Google hilft dabei, mögliche Schwachstellen auf der eigenen Seite frühzeitig zu erkennen.
Knowledge Panel und Search Profiles: Warum die Inhalte abweichen können
Mit den Search Profiles bietet Google Publishern und Content-Creatorn die Möglichkeit, sich in der Google Suche und in Discover zu präsentieren. Die Einstiegshürde wurde zuletzt gesenkt, sodass inzwischen bereits 10.000 Follower auf unterstützten Plattformen ausreichen. Die Angaben aus einem Search Profile werden jedoch nicht eins zu eins in das zugehörige Knowledge Panel übernommen. Der Grund dafür ist, dass Google die Informationen für Knowledge Panels aus verschiedenen Quellen zusammenträgt. Robby Stein von Google stellte auf X zudem klar, dass sich die Angaben im Knowledge Panel nicht direkt bearbeiten lassen. Für Unternehmen und Personen bedeutet das, dass Konsistenz über alle Kanäle hinweg entscheidend ist. Achten Sie darauf, dass Ihre Angaben im Search Profile, bei Wikipedia und im Google Unternehmensprofil einheitlich und aktuell sind.
KI-Wasserzeichen: Worauf Google bei Inhalten wirklich achtet
Im August 2026 hat Anthropic bestätigt, dass alle seit dem 2. August mit Claude erstellten Texte ein unsichtbares Wasserzeichen enthalten. Dieses entsteht durch eine gezielte Wortwahl, ist erst über mehrere hundert Wörter hinweg erkennbar und bleibt auch beim Kopieren in ein CMS erhalten. Viele SEOs befürchten deshalb, dass Google KI-Texte künftig leichter erkennen und abstrafen könnte. Ein Beitrag auf Search Engine Land gibt hier jedoch Entwarnung, denn das Wasserzeichen ist ein Herkunftsnachweis und kein Rankingsignal. Google betont bereits seit 2023, dass der angemessene Einsatz von KI nicht gegen die Richtlinien verstößt, und bewertet stattdessen, ob eine Seite echten Mehrwert bietet. Problematisch wird es erst bei „scaled content abuse“, also der massenhaften Erstellung von Seiten ohne Nutzen für die Nutzer. Setzen Sie daher auf Inhalte, die sich nicht beliebig reproduzieren lassen, etwa mit eigenen Daten, Praxiswissen, interaktiven Tools oder selbst erstellten Grafiken und Videos.
Google Search Console: Neuer Multimodal-Filter im Leistungsbericht
Seit dem 24. September 2026 rollt Google weltweit einen neuen Suchtyp-Filter namens „Multimodal“ im Leistungsbericht der Search Console aus. Damit lassen sich erstmals gezielt die Daten aus visuellen Suchanfragen auswerten. Der Filter umfasst Suchen über Google Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in der Google Suche sowie die Chrome-Funktion „Bild mit Google suchen“. Der Filter ist auch im Bereich für generative KI-Funktionen verfügbar, wobei dort weiterhin keine Klick- und Suchanfragendaten angezeigt werden. Die ersten Werte erscheinen, sobald Ihre Website Traffic über diese Suchwege erhält. Google betont, dass die neuen Daten helfen sollen, die Performance in der modernen Suchlandschaft besser zu verstehen und visuelle Inhalte gezielter zu optimieren. Für Sie ist das ein guter Anlass, Bildqualität, Alt-Texte und Dateinamen Ihrer wichtigsten Seiten zu überprüfen.